Der 4-Kanal-Modus des H4n von Zoom erlaubt den simultanen Mitschnitt von zwei Raum- und zwei Direktsignalen. Dadurch lässt sich der Originalton in bester Qualität auf die eingesetzte SD-Karte aufnehmen: Das Raumsignal der eingebauten Mikrofone wird mit der Stereo-Summe aus den beiden Direktsignalen kombiniert und später im Schnittprogramm synchronisiert. Obendrein stehen diverse Kompressor- und Limiter-Presets bereit. Der H4n ist kompakt gebaut und wird von einem gummierten Gehäuse geschützt, bedient wird er über ein druckempfindliches Rad an der rechten Seite. Trotz handlicher Maße ist das Display ausreichend groß und gut lesbar. Die integrierten Mikrofone sind im 90 Grad-Winkel ausgerichtet, der Winkel kann auf 120 Grad vergrößert werden. Den beiden Mikrofonen gelingt die beste Klangqualität dieses Vergleichs, nur der Bassbereich dürfte etwas voller sein. Über zwei Mikrofoneingänge (Kombination aus XLR und Klinke) inklusive Phantomeinspeisung kann man Stereomikrofone anschließen, auch Line- und Instrumentensignale werden hier verarbeitet. Die Verstärkungswerte der Mikrofoneingänge waren etwas schwächer als bei den Mitbewerbern, mit hochwertigen Kondensator-Mikrofonen erreicht man dennoch eine gute Qualität. Aktiviert man die Phantomspeisung, dann bringt es der Akku des Zoom auf eine Laufzeit zwischen vier und fünf Stunden.
In diesem Punkt hat der Tascam DR-100 mehr zu bieten: Er hält mit aktivierter 48V-Phantomspeisung zwischen fünf und sechs Stunden durch. Allerdings muss man das externe Netzteil, mit dem sich der Recorder doppelt so schnell laden lässt, extra hinzukaufen. Über den USB-Anschluss eines Computers dauert ein Ladezyklus sechs Stunden. Beim Zoom wiederum ist das externe Netzteil im Lieferumfang enthalten. Der DR-100 im stabil verarbeiteten Metallgehäuse überzeugt eher mit seiner Praxistauglichkeit, denn er besitzt die meisten Bedienelemente für den direkten Zugriff. Allerdings, so das Urteil der Tester, könnten die Schiebeschalter etwas präziser reagieren. Oben am Gerät sitzen zwei Mikrofone mit integrierten und um 45 Grad nach außen gewinkelten Kondensatorkapseln. Die Mikrofone selbst werden von Metallbügeln geschützt. Die Aufnahmequalität ist in Ordnung, nur die Höhen wirken etwas „zischelig“. Außerdem wurden zwei Omni-Mikrofone verbaut, die sich aber allenfalls für den spontanen Konferenzmitschnitt eignen. Mit externen Mikrofonen ist das Ergebnis bis auf ein leichtes Rauschen sehr gut. Auf einen Limiter und die Möglichkeit zur simultanen Aufnahme von vier Kanälen muss man verzichten.
Musiker oder Videofilmer, die ihre Aufnahmen über vier simultane Kanäle machen wollen, sind mit dem handlichen Zoom bestens beraten. Wer ein besonders ergonomisches und ausdauerndes Gerät sucht, das auch bei der Tonqualität überzeugen kann, der sollte sich den Tascam näher anschauen.
Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

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