4 Lautsprechersets im Test: Wharfedale „sehr gut“, der Rest „gut“

zurück zur Übersicht

Das Set aus Wharfedales Diamond-10-Serie besteht aus vier Regalboxen, einem Center und einem Subwoofer. Bei den Regalboxen und beim Center hat sich Wharfedale für nach außen gewölbte Seiten entschieden, um die Gefahr stehender Wellen im Gehäuse zu vermeiden. Material und Verarbeitung sind für ein Set dieser Preisklasse sehr gut. Die Hochtöner sitzen sicher hinter Metallgittern, für die nötige Steifigkeit der Tiefmitteltöner sorgt eine kevlarähnliche Prägung. Die Boxen können dank separater Terminals für Hoch- und Tiefton auch im Bi-Amping-Modus betrieben werden. Zwei kleine Bassreflexrohre an der Rückseite reduzieren die Nachschwingzeit im Vergleich zu einem System mit einer einzigen großen Öffnung. Im Praxistest punkten die Lautsprecher mit einem exakten und äußerst räumlichen Stereobild. Auch die Bandbreite ist gut, so dass der Bassbereich selbst ohne Subwoofer solide dargestellt wird. Nur die Wiedergabe von Stimmen und Gesang könnte „greifbarer“ sein. Im Surroundbetrieb mit allen vier Regalboxen inklusive Center klingt das Set sehr homogen, während der Subwoofer mit „wohlkonturierten“ Bässen verwöhnt. Leider produziert das große Reflexrohr mitunter Strömungsgeräusche. Außerdem stößt der kompakte Tieftöner bei wirklich niedrigen Frequenzen an seine Grenzen und muss sich wegen seines etwas unausgewogenen Frequenzgangs Kritik in Sachen Klangtreue gefallen lassen. Dennoch: Im Großen und Ganzen ist auch der Surround-Sound sehr gelungen.

Der Testsieger von Wharfedale bringt es auf 86 Prozent, der Viertplatzierte von Elac auf 82 Prozent. Die geschlossenen Regalboxen der Linie 50 sind nur 25 Zentimeter hoch. Der Center mit den beiden 14,5 Zentimeter Tiefmitteltönern ist anders konzipiert: Hier wurde ein rückwärtiges Bassreflexrohr integriert. Den Subwoofer hat man mit einer 27 Zentimeter großen und nach unten gerichteten Membran (Downfiring-Prinzip) ausgestattet. Die Materialien sind „unspektakulär“, aber gut verarbeitet. Pluspunkte gibt es für die Fähigkeit des Sets, die Frequenztrennung zwischen Regalboxen und Subwoofer intern und nicht über den Digitalprozessor des AV-Receivers vorzunehmen. Im Hörraum entpuppt sich die Linie 50 als lebhaft und spritzig, vor allem der mittlere und obere Frequenzbereich überzeugt mit Kontur und Transparenz. Bei der Stimm- und Instrumentenwiedergabe punkten die geschlossenen Regalboxen mit einer feinen und gut gestaffelten Auflösung. Mit Frequenzen unterhalb von 100 Hertz kommen die Boxen nicht so gut zurecht, der Subwoofer sollte also nicht außen vor bleiben. Im Surroundbetrieb wurde schnell klar, dass der Klang von Regallautsprechern und Center gut miteinander harmoniert, auch wenn sich die Bauform unterscheidet. Dem Subwoofer gelingt eine ordentliche Tiefbasswiedergabe, zum Teil fand man die Spielweise aber etwas undifferenziert. Leichte Abzüge muss man auch bei der Räumlichkeit machen.

Obwohl die Ergebnisse nah beeinander liegen, kann sich Wharfedale von der Konkurrenz absetzen. Individuelle Stärken haben alle Sets: So ist die Linie 50 von Elac eine Empfehlung für Freunde kompakter Lautsprecher, während die nuBox-Serie besonders gut ausgestattet ist.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Verwandte Artikel

 
Kommentar schreiben 
Name (Nickname):*
E-Mail (wird nicht veröffentlicht):*
Website:
Summe von 5 + 7 ?:*
* Pflichtfelder Datenschutzrichtlinie