3 Vollverstärker im Test: Der Roksan spielt in jeder Kette homogen

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Der Music Hall A 50.2 bietet als einziger Verstärker dieses Vergleichs eine Phonostufe, die sich sowohl mit MM- als auch mit MC-Tonabnehmern versteht. Allerdings ist der MC-Eingang mit 61 Dezibel Störabstand nicht rauscharm genug, hier liefert der MM-Eingang mit 77 Dezibel bessere Werte. In Sachen Material und Verarbeitung gibt es keine Kritik: Die Platine ist sauber aufgebaut und spart nicht an hochwertigen Bauteilen (Operationsverstärker von Burr-Brown, Endtransistoren von Sanken), dem Gehäuse selbst hat man eine zwölf Zentimeter starke Aluminium-Front spendiert. Lob gibt es obendrein für die gerändelten Regler und für das große Display in Bullaugen-Optik. Bei den Anschlüssen war Music Hall nicht ganz so großzügig, hier stehen nur vier Line-In, ein paar Lautsprecherklemmen, Tape, Pre-Out und der erwähnte Phono-Eingang zur Auswahl. Im Hörtest konnte der Music Hall zunächst nicht überzeugen, denn die Lautsprecher von KEF überforderten ihn: Bassimpulsen fehlte die nötige Wucht, auch eine Tendenz zum Übersteuern blieb nicht unbemerkt. Der Klang war wesentlich besser, als man ihn anschließend mit der Monitor Audio Platinum PL200 und mit der Cabasse Minorca ausprobierte: Das Übersteuern blieb aus, die Bässe kamen wuchtiger und die Mitten wurden fein aufgelöst.

Eine Phonostufe besitzt auch der Roksan Kandy K2, allerdings werden nur MM-Systeme unterstützt. Mit an Bord sind außerdem sechs Line-Eingänge, einmal Tape, Lautsprecheranschlüsse und ein Bypass-Eingang, über den sich der Vorstufenteil umgehen lässt. Man kann den Kandy also auch als reine Endstufe nutzen, zum Beispiel in einer Kombination aus Surround- und Stereo-Anlage. Lob gibt es für die lernfähige und progammierbare Fernbedienung, während der vergleichsweise kleine Volume-Regler an der Gerätefront nicht ganz den Geschmack der Redaktion trifft. Beim Blick auf das Innenleben fällt vor allem der kräftige 500-Watt-Trafo auf. Dank ihm behauptet sich der Kandy auch unter schwierigsten Bedingungen, sprich: an Lasten mit zwei Ohm und bei heftigen Bassattacken. Und so präsentierte sich der Roksan auch im Hörtest als Klassenprimus: Er versteht sich mit allen Musikgenres, lieferte druckvolle Ergebnisse und eine äußerst differenzierte Stimmwiedergabe. Er spielt so „großformatig und mitreißend“, dass man ihn schon fast zur High-End-Klasse zählen könnte. Im direkten Vergleich mit dem Unison Unico, den die Redaktion der Audio schon in Ausgabe 9/03 getestet hat, zieht er aber doch den kürzeren. Zum Testsieg und zu einer „dicken Empfehlung“ reicht es trotzdem.

Für schwierige Lasten empfiehlt sich der kräftige und fein auflösende Roksan. Stellt man dem Music Hall oder dem Rotel passende Lautsprecher zur Seite, dann ist das Ergebnis auch hier überzeugend.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

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