Der Zweitplatzierte kommt von Kenwood. Dabei verrät schon ein Blick auf die mit diversen Audio-Logos und Bedienelementen verzierte Front des KRF-V9300D, welches Potential sich im Gerät verbirgt. Nicht ganz so überzeugt war man von der Rückseite, die nach Aussage der Redaktion etwas unordentlich wirkt und außerdem auf Vorverstärker-Ausgänge verzichtet. In Sachen analoge Anschlussvielfalt kann man sich nicht beklagen, dafür bietet das Gerät lediglich zwei HDMI-Eingänge. Die Navigation durch die Menüs soll nach kurzer Eingewöhnungszeit und dank großer Drehregler komfortabel von der Hand gehen. Als weniger gelungen bezeichnet man die Fernbedienung, die sich nicht sehr intuitiv bedienen lässt. So vermisst man beispielsweise einen ausdrücklichen „Zurück“-Button, um im Menü schnell eine Instanz zurückzuspringen. Ein OSD-Menü ist nicht mit an Bord. Im Klangtest gefiel der V9300D mit hoher Transparenz und minimalen Verfärbungen. Alle Formate sollen hervorragend klingen. Problemlos funktioniert auch die Einmessautomatik, mit der das Gerät die akustischen Eigenschaften des Raums analysiert und durch Verzögerung der Laufzeit entsprechend anpasst. Bei der Videosektion darf man sich auf eine gelungene Skalierung von analogen Signalen auf 1080p freuen. Leider werden HDMI-Signale nur durchgespeist. Auch die Vollbildkonvertierung soll eher durchschnittliche Ergebnisse liefern.
Im Gegensatz zum Kenwood präsentiert sich der Harman / Kardon AVR 355 mit einer schlichten und sehr eleganten Vorderseite. Leider wird die Verarbeitung dem edlen Design nicht immer gerecht: So soll der Lautstärkeregler aus Kunststoff bestehen und recht wackelig sein. Anschlussseitig ist das Gerät dann wiederum makellos, denn für jede mögliche Verbindung – egal ob analog oder digital – stehen mehrere Buchsen zur Verfügung. Pluspunkte gibt es in dieser Disziplin auch für die drei HDMI-Eingänge, denn immer mehr Zuspielgeräte verfügen über die neue digitale Schnittstelle. Die Navigation erfolgt über ein OSD-Menü, die Redaktion bezeichnet die Struktur als „gelungen und intuitiv“. Parallel dazu wird das Menü über ein gut lesbares Display angezeigt. Leider krankt die Benutzerführung etwas am schlichten Design des Harman, auch die Fernbedienung soll nicht wirklich komfortabel in der Hand liegen. Lob verdient sich die Mehrzonenbeschallung, bei der man – unabhängig vom Audiosignal der Hauptzone – wählen kann, welche Quelle in der Nebenzone gespielt wird. In Sachen Sound überzeugt das Gerät mit einer gelungenen Einmessautomatik und einem insgesamt als hervorragend zu bezeichnenden Klangbild. Etwaige Anpassungswünsche lassen sich im Dreiband-EQ realisieren. Selbst die Mehrkanalaufbereitung von Stereo-Signalen fand man ausgezeichnet. Im Videobetrieb zeigt der Receiver ebenfalls sehr hochwertige Ergebnisse, wobei das fehlerfreie Upscaling besondere Erwähnung findet.
Keine Frage: Mit dem Zweitplatzierten von Kenwood erwirbt man ein gutes Gerät. Kritisch wird es erst, wenn man mehr als zwei Zuspieler mit HDMI-Anschluss besitzt. Hier punktet der Testsieger von Harman, bei dem man außerdem die schicke Menüoberfläche und die äußerst sauber arbeitende Videosektion lobt.
Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

RSS-Feed abonnieren zum Thema
